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die mauer ist weg Februar 7, 2010

Einsortiert unter: newcastle — boehlefeld @ 23:34

Obwohl ich mich in England befinde, gab es in der letzten Woche doch tatsächlich doch einen Sonnentag (an dem um 11 Uhr morgens noch mal schneite. Der Schnee blieb aber nicht leigen und danach war es wirklich sonnig.) Diesen Tag nutzten wir, um einmal mit dem Zug nach Bardon Mill ins Landesinnere zu fahren, um den Hadrianswall zu besuchen. In Newcastle, genauer gesagt im Stadtteil ‘Wallsend’, beginnt (oder – wenn man es wörtlich nimmt – endet) der Wall zwar, aber dort sind außer ein paar verstreuten Steinen keine Reste erhalten.

Als wir zum Wall aufbrachen, schien die Sonne an diesem Tag in Bardon Mill.

Also ins Landesinnere nach Bardon Mill. Dieser Ort liegt nicht genau am Wall, hat aber einen Bahnhof. Da im Januar aber nur ganz wenige Verrückte die Wanderung wagen, fuhr natürlich kein Bus und wir mussten die fünf Meilen zum Wall selbst gehen. Das war nicht weiter schlimm, denn das Wetter war sonnig und trocken (kein Schnee mehr).

Der Hadrianswall wurde im zweiten Jahrhundert nach Christus von den Römern errichtet, um Einfälle der Schotten (das waren die Caledoni, denn die Scoti wohnten damals noch in Irland) auf die römische Provinz Britannien zu verhindern. Heute liegt die Landesgrenze weiter im Norden, so dass man direkt hinter dem Wall keine Angst vor Schotten haben muss. Der Wall erstreckt sich über die gesamte britische Insel von Carlisle bis Wallsend, so dass kein Schotte vorbeikonnte. Allerdings versteht man, warum der Wall gerade hier steht. Er liegt auf einer Hügelkette, die Richtung Schottland abfällt. Wenn also die kaledonischen Räuber den Wall erstürmen wollten, mussten sie zuerst bergauf, und wenn sie dann erschöpt die Mauer erklommen, konnten die Römer ihnen ganz leicht unter den Rock gucken. Eine Schande, die kein erschöpfter Schotte ertragen kann.

Wir fanden den Wall, allerdings nicht mehr im besten Zustand.

Klimatisch gesehen erlebt man auf den Wall schon Schottland, denn Wind und Kälte setzten einem ordentlich zu. Es gibt sogar Volkssagen, in denen es nur auf der schottischen Seite des Walls regnet.

Allerdings ist der Wall heute nicht mehr in seiner besten Verfassung. Viele Steine wurden zweckentfremdet und zum Bau ander Häuser verwendet. Ähnlich wie in Berlin ist an vielen Stellen die Mauer ganz weg. Heute hilft er noch an manchen Stellen, die Schafe in England zu halten. Denn würden sie nach Schottland kommen, würden sie sofort zu Haggis verarbeitet.

Hadrianswall. Baum und Brunnen befinden sich in England. Er erinnert ein bisschen an die Chinesische Mauer. Nur kleiner. Und nicht chinesich.

Ein Meilenkastell am Wall. Früher, als das Gebäude noch ein Dach hatte, schliefen sich hier die römischen Wachposten von ihren durchgewachten (oder durchgemachten) Nächten aus. Hinten links sieht man ein 'Loch', wäre das Wasser auf der anderen Seite des Walls, hieße es 'lake'.

Die Anwohner.

Wall (römisch), Baum (schottisch). Vorn nochmal das Meilenkastell. Wer genau hinsieht, kann die Reste von Küche, Bad und Kinderzimmer erkennen.

 

2 Antworten zu „die mauer ist weg“

  1. ies Sagt:

    eins frag ich mich dann aber doch noch: was ist denn Haggis?


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