Es scheint ein bisschen spät zu sein, um nun einen Weihnachtsartikel zu veröffentlichen, aber das liegt gar nicht an mir, sondern an der Zeitverschiebung zwischen Deutschland und GB.
Wie in Deutschland gibt es auch in Großbritannien Weihnachten – und sogar Weihnachtsmärkte. Das wäre weiter nichts Besonderes, wenn es den ersten britischen Weihnachtsmarkt nicht erst im Jahr 2001 gegeben hätte. Ihr fragt, warum?

Der 'Christkindelmarkt' in Leeds. Wie das Schild verrät, a 'German Christmas Market'. Hier gibt es Stollen, Glühwein und alles, was dazu gehört.
Das Konzept Weihnachtsmarkt ist einfach total deutsch. Deshalb haben die britischen Märkte auch deutsche Namen (z.B. Christkindelmarkt in Leeds) und es werden deutsche Produkte wie Lebkuchen, Glühwein, Holzspielzeug, Aldi-Schokolade und natürlich German Beer verkauft. Und außerdem sind die Stände auch alle aus Deutschland (sieht man am Kennzeichen). Und sogar die Verkaufenden sprechen deutsch – und sehr schlecht englisch.
So werden einfach Beutel hochgehalten und die englischen Kunden gefragt: “Tüte? Tüte?”
Immerhin werden die Preise auf englisch genannt. Zur Vereinfachung und Umsatzsteigerung lässt man aber die Pence-Beträge weg und rundet auf volle Pfunde. So kostet dann die Aldi-Vollmilchschokolade £3.
Was mir allerdings ein bisschen gefehlt hat, war die Weihnachtsstimmung die durch Schnee und annähernd kaltes Wetter ausgelöst hat. Regen lässt einen eher an Herbst denken.
Abgesehen von den importierten Weihnachtsmärkten gibt es auch britische Traditionen, die etwas älter sind. Zum Beispiel gibt Weihnachts- bäume und Bläsergruppen, Krippenspiele und Weihnachtskarten und eine Menge an kulinarischen Weihnachtsspezialitäten. Dann werden z.B. im Mince Pie, das ist so etwas wie Hackfleisch im Blätterteigkuchen, Rosmarin und Preiselbeeren verarbeitet.

Weihnachtsbaum in Leeds. Der Baum steht in einer sehr teuren Einkaufsarkade (Armani, Chanel usw.). Deshalb ist er wahrscheinlich mit echtem Gold geschmückt.
Ein Wort noch zu den Weihnachtskarten. Weihnachtskarten sind die mindeste Kommunikation, die man hier hat. Ich habe Aussagen gehört wie “Wir reden zwar nicht mehr miteinander, aber schreiben uns noch Weihnachtskarten.”
Aber es gibt auch eine riesige Auswahl. Vor Weihnachten gibt es in jedem Geschäft riesige Regale mit Karten für jede Art von Adressaten. Von “For Mam”, “For Mam & Dad”, “For Grandma from her little boy” bis so Speziellem “For my Mum and her partner by your daughter and her husband”. Es ist für jeden was dabei: Arbeitskollegen, Chefs, Busfahrer und Milchmänner.



