Vor vier Wochen habe ich Besuch aus Halle bekommen. Und weil Newcastle nach fünf Tagen langweilig wurde und der Regen uns von Outdoor-Aktivitäten abhielt, entschieden wir uns in den Norden zu fliehen und fuhren mit dem Zug in Albas Haupstadt, nach Edinburgh, um dort eine Freundin zu besuchen. Wettermäßig war es da nicht besser. (Ich hatte die Stadt wahrscheinlich mit Sidney oder Kapstadt verwechselt.) Allerdings bietet die schottische Haupstadt viel Kultur, Architektur, Natur und Struktur und sogar mehr Uhr an sich. (Die Uhr wurde Sonntagnacht um eine Stunde zurückgestellt)
Im Vergleich zu dem Edinburgh, das in ‘Braveheart’ vorkommt, hat sich die Stadt in den letzten 950 Jahren prächtig entwickelt. Es gibt natürlich immer noch das alte Castle, allerdings hat man die Stadt mit viel gregorianischer Architektur erweitert. Natürlich ist die Stadt recht touristisch, was man daran erkennt, dass an jeder Ecke Männer in Röcken stehen und in Säcke blasen. Trotzdem kann man den Massen leicht ausweichen (Vielleicht ist aber Ende Oktober auch nicht die Hauptsaison), wenn man sich durch enge Gassen geht und sich in die Stadtteile jenseits des Zentrums begibt.
Aber seht selbst:

Das ist Edinburgh Castle, das mitten in der Stadt höchsten Hügel steht. Es war lange Sitz des schottischen Königshauses, bis diese ihre große Chance witterten, die englische Krone ergriffen und nach London umzogen.

Dies ist die Royal Mile, die sich vom Castle zum Holyrood Palace, dem jetzigen Sitz von Königin Elizabeth, wenn sie in Edinburgh verweilt, quer durch die Old Town zieht. Schätzungsweise ist die Straße 1,609 km lang. Vielleicht ist eine Royal Mile aber auch länger als die Meile des Otto-Normal-Untertans.

Ein Blick vom Castle in die Stadt. Vorn sind Nina und Marie, mit denen ich gemeinsam die fremde Stadt im fremden Land erkundete.

Auf der Royal Mile steht auch Adam Smith, Autor von 'The Wealth of Nations' und damit Erfinder des Turbokapitalismus. Er war Schotte. Spricht das für oder gegen seinen Umgang mit Geld?

Hier ein Mann im Rock mit Dudelsack. Die standen an wirklich jeder Ecke rum und spielen auch alle dasselbe Lied. Nach ein zwei Tagen kann das sehr nervig werden. Die armen Anwohner.

Eine Hintergasse abseits der ausgetrampelten Touristenpfade.

Hier gab es auch hübsche französische Restaurants. Schottland ist recht francophil und man sieht auch oft französische Schilder. Die Verbundenheit mit den Franzosen liegt wahrscheinlich an der gemeinsamen Vorliebe der Farbe Blau und der gemeinsamen Abneigung gegenüber England.

Dies ist das Balmoral Hotel, was einige vielleicht als Setting des schottischen Independent-Films 'Hallam Foe' kennen werden. Er wohnt hinter der Uhr!

Am Ende des Tages hörte es langsam auf zu regnen...

...und wir wurden sogar mit blauem Himmel belohnt.

Am nächsten Tag waren wir noch im botanischen Garten, wo es chinesische Brücken...

...rote Büsche und schwarzes Gras...

...Alternativen zum langweiligen Weihnachtsbaum...

...und riesigen Rharbarber gab.

Zum Abschluss noch ein Bild von der Zugfahrt durch die schottischen Lowlands. Die weißen Streifen im Vordergrund sind Schafe, die mit Schallgeschwindigkeit am Zug vorbeirennen. Kann aber auch sein, dass der Zug da schon losgefahren war.
hach, hab ich mal wieder gelacht! lieber christian: männer in röcken die in säcke blasen – das stimmt so natürlich, aber vor meinem inneren auge enstand da eine lustige vorstellung. krass is dass im oktober und dazu noch bei schlechtem wetter ein eisauto vor dem Edinburgh Castle steht. die Royal Mile sieht ganz schön grau aus, dafür sind die hinterhöfe super-schick. die treppen find ich ja mal geil und so schön bunt. das regenbogenbild ist sehr sehr schön von der bildkomposition her und das danach natürlich von den farben – ach sonne ist schon was feines! so einen alternatven weihnachtsbaum haben meine eltern auch im hinterhof stehen, nur noch nicht so groß aber dafür teuer. ja und die flitzenden schafe finde ich oberhammergeil!
kaputtlach